Klosterleben
Ein Ort der Stille – Eindrücke einer Seminarteilnehmerin
Hoch oben über der Stadt steht das Kloster auf einem Hügel. Wie eine Festung sieht es aus. Ringsherum eingebettet in einen grünen Park. Hier wollen wir nun also die nächsten zwei Tage wohnen und arbeiten – denke ich. Praxismarketing und das ausgerechnet in einem Kloster – „Na ja… ob das man gut geht?“
Gleich neben der Kirche ist der Eingang zum Kloster. Die Tür öffnet sich. Ein Mönch sitzt hinter einer Glasscheibe in seiner Pforte. Bildschirme zur Überwachung des Klosters stehen ihm zur Verfügung. High-tech hatte ich nicht erwartet. Der freundliche Mönch öffnet uns per Knopfdruck die nächste Tür. Sie führt uns in den Teil des Klosters, der der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Am Ende des Ganges ist unser Seminarraum. Tiefe Fensterbänke zeugen von einer sehr dicken Klostermauer. Der Raum ist hell und freundlich, aber etwas kühl. Neben einem Kruzifix gibt es hier eine alte Marienstatue, aber auch moderne Bilder. Ansonsten unterscheidet sich nichts von einem der üblichen Seminarräume in einem Hotel. Einfache Seminartische und Stühle, ein Beamer, ein Flip-Chart.
Klosterbruder Max lugt freundlich und lächelnd zur Tür herein: „Guten Morgen, ist alles in Ordnung?“
Links geht es zum Saal, in dem wir unsere Mahlzeiten einnehmen. An der Wand entlang ist hier eine alte gezimmerte dunkle Holzbank angebracht mit schweren Tischen davor. Das Essen ist einfach, aber gute Hausmannskost.
Neben Bruder Max und dem Pförtner leben hier noch weitere Mönche, aber die Zahl hat sich seit der Gründung des Klosters doch ziemlich verringert. Die Mönche leben zudem hauptsächlich in dem der Öffentlichkeit nicht zugänglich Teil des Klosters, so dass man nur selten einen weiteren Mönch in brauner Kutte zu Gesicht bekommt.
Im Obergeschoss sind unsere Klosterzellen. Klein sind sie, aber wunderschön. Ohne Schnickschnack, ohne die all zu oft anzutreffenden geschmacklosen Bilder an Hotelwänden. Schlicht: ein Bett, ein Stuhl, ein Schrank, ein Schreibtisch, aber sehr sauber. Ich fühle mich sofort wohl. Mein Fenster bietet mir eine herrliche Aussicht auf die Stadt. Nebenan ist ein fast ebenso großes Zimmer: das Bad, sehr sauber und ebenso schlicht wie das Hauptzimmer.
Alles geht hier geruhsam zu. So habe ich Platz zum Denken und Überdenken, Platz für Phantasie und Visionen, Platz zum Atem holen.
Und das empfanden wir alle so.
Ein super Tagungsort.
Dankeschön!



